Ein angeblich offizielles Schreiben der Chinesischen Regierung an das Internetportal Yahoo bringt den Dienstleister in arge Bedrängnis. Yahoo hatte Daten zu einem Account des Regimekritikers Shi Tao nach einer Anfrage des Chinesischen Staatssicherheitsdienstes herausgegeben. Yahoo behauptet bis heute, die persönlichen Daten des inhaftierten Journalisten Shi Tao seien aufgrund einer Überprüfung in einem Mord-, Terrorismus- oder Kinderpornografiefall weitergeleitet worden.

 Das Schreiben stammt aus dem Jahre 2004 und ist auf der Webseite einer Chinesischen Menschenrechtsorganisation einzusehen. Yahoo wird darin aufgefordert, alle verfügbaren Daten zu einer bestimmten E-Mail Adresse wegen Verdachts der Weitergabe von Staatsgeheimnissen zu übermitteln. Dies steht in krassem Gegensatz zur ursprünglichen Darstellung Yahoos, von welcher der Internetdienstleister auch heute nicht abrückt.

 Shi Tao hatte einer Chinesischen Zeitung per E-Mail (Yahoo-Account) einen regimekritischen Artikel gesendet. Im April 2005 wurde er wegen Verrats von Staatsgeheimnissen zu 10 Jahren Haft verurteilt. Wie Zynismus klingt da ein aktuelles Statement des Pressesprechers von Yahoo: "Yahoo vertritt nach wie vor die Position, dass Verletzungen der Meinungsfreiheit in keiner Form zu tolerieren sind."

Datenschutz,Politik,IT

By ace on 30-Jul-07 16:51


Write a comment

  • Required fields are marked with *.

If you have trouble reading the code, click on the code itself to generate a new random code.
Security Code:
 
MODx - Mollio