Der in den vergangenen Tagen aufgedeckte, schwunghafte und illegale Handel mit Kundendaten scheint offenbar größeren Ausmaßes zu sein, als vermutet. In der vergangenen Woche hatte der Mitarbeiter eines Callcenters der Verbraucherschutzzentrale Schleswig-Holstein eine CD mit ca. 17,000 Kundendaten zugespielt. Auf der CD waren neben Name und Anchrift auch Kontoinformationen enthalten.

 Einige Tage später gelang es einem Aufkäufer im Auftrag des Bundesverbands der Verbraucherzentralen innerhalb weniger Stunden, für den "Schnäppchenpreis" von € 850,- weitere vier Millionen Kontendaten zu erwerben. Stichproben haben ergeben, daß die Masse der Daten von zwei großen Klassenlotterien stammten.

 In der gestrigen Sendung von Kriminalreport (WDR) wurde nun bekannt, daß sich ein weiteres Callcenter in Bremerhafen offenbar illegal Zugang zu dreißig Millionen Kundendaten der Deutschen Telekom verschafft hat. Ein Mitarbeiter des Callcenters berichtete, wie er sich mit Hilfe seines Vorgesetzten in die Serviceapplikationen der Telekom einloggen und von dort Kundendaten abgreifen konnte.

 Zahlreiche Betroffene des Datenschutzskandals - der BVZ spricht von Hunderten - meldeten inzwischen illegale Abbuchungen in Höhe von € 50,- bis  100,- von ihren Konten bei den Verbrauchschutzzentralen. Dies ist jedoch möglicherweise nur die Spitze des Eisbergs.

 Verwunderlich an der ganzen Geschichte ist die Tatsache, daß sich weder Frau Zypries noch Herr Schäuble  - beide glühende Verfechter der Vorratsdatenspeicherung zur Bekämpfung der allgegenwärtigen Bedrohungen durch Terrorismus, Kinderpornographie und Musikklau  - auch nach einer Woche zu Wort gemeldet haben.

Datenschutz,Politik,IT

By ace on 19-Aug-08 11:59


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