Trotz einiger bemerkenswerter und richtungsweisender Urteile in den vergangenen Monaten haben sich Apple und Google heftigst über das Patentwesen in den U.S.A. beschwert. Wie Heise berichtet, äußerte sich Patentexpertin Michelle Lee (Google) sehr negativ zur augenblicklichen Entwicklung. Lee sprach von einer Krise, Patentämter seien überlastet, die Qualität der Patente schlecht, es gebe zu viele "Patent-Trolle", welche diese Situation ausnutzen würden.
Auch der Sprecher von Apple, Chip Lutton, hieb in die gleiche Kerbe, drückte sich allerdings nicht so drastisch aus. Es sei in jüngster Zeit "einiges aus dem Ruder gelaufen."
Nun muss man wissen, daß beide Unternehmen in der Vergangenheit mehrfach Patente eingereicht und bewilligt bekommen haben, die Erfindungen von nicht gerade schöpferischer Tiefe beschreiben. Zum Beispiel hat sich Google ein Patent auf "das Hervorheben von Suchbegriffen im Suchresultat" erteilen lassen, nachzulesen beim US-Patentamt unter der Nummer 6839702. Apple hatte im Jahre 2002 ein Patent auf "Benutzerkonten zum Mitnehmen" beantragt, bewilligt und einzusehen unter 7120785.
Warum fällt mir beim Lesen dieser Meldungen spontan "Der Zauberlehrling" von Goethe ein?
[...]
Walle, walle!
Manche Strecke,
Daß zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.
[...]
Stehe! stehe!
Denn wir haben
Deiner Gaben
Vollgemessen! -
Ach, ich merk’ es! Wehe! wehe!
Hab’ ich doch das Wort vergessen!
[...]
Oh, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh’ ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still!
[...]
Na dann bin ich mal gespannt, wann der Meister kommt.
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